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Concept Paper

Last edited 4 days ago by Khadija Sonst

The "KonsumKG” concept paper outlines the establishment of a consumer-centered enterprise operating as a "Genossenschaft auf Aktien” GmbH & Co. KG aA, where consumers, founders, employees, and venture capitalists are shareholders. The company's purpose is to procure commodity services collectively, offering consumers improved purchasing conditions with price advantages. It targets private individuals and businesses, emphasizing CSR as a USP by reinvesting profits into societal advancement areas. The concept criticizes current practices of excessive commission payments in sales broker systems and aims to revolutionize contract management through a single contractual relationship with customizable service packages managed via a dashboard. Moreover, the company plans to use part of its profits to make a social impact by potentially leveraging its assets for larger investments in fields like social housing or sustainable energy within Germany.
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Gegenstand
Gründung einer Unternehmung
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Unternehmensform
„Genossenschaft auf Aktien“ GmbH & Co. KG aA
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Anteilseigner
Konsumenten (Kunden) Gründer, Mitarbeiter VC-Kapital Geber
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Geschä5szweck
Bedarfsgebündelter Bezug von Commodity-Leistungen durch Bildung einer „virtuellen“ Einkaufsgemeinschaft
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Zielgruppe
Primär: Privatpersonen; Sekundär: Gewerbetreibende
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Ansatz und
Besonderheit
- Schaffung eines Konsumentenzentrierten Unternehmens - Stakeholder = Shareholder - Ausnutzung von Bündelungseffekten und Weitergabe der Preisvorteile durch verbesserte Einkaufskondi8onen - Anreizbildung zur Haltedauermaximierung der Anteile durch automa8sierte Reinves88on in Geschä4sfelder mit gesellscha4lichem Entwicklungspoten8al
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Ziele der Unternehmung
- Digitale Vertragsverwaltung: deutliche Vereinfachung des
Vertragsprozesses im Commodity-Umfeld
- Kosteneffizienz: Stärkung Kostendynamik in Hochprovisionsmärkten - CSR als USP: Verwendung der Gewinnthesaurierung (Kapitaleinlage) zur Investition in Bereiche mit gesellschaftlichem Ausbaupotential
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SDG mit Berührung
1 – keine Armut 7 – Bezahlbare saubere Energie 8 – Menschenwürdige Arbeit 10 – weniger Ungleichheit 12 – Nachhaltiger Konsum und Produkion 17 – Partnerschaften zur Zielerreichung
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HERLEITUNG DES KONZEPTES

Unter der Kommodifizierung von Gütern wird allgemein die Transformation von Gegenständen und Dienstleistungen aller Art, die Menschen zur Nutzung bereitstellen oder benötigen, in Waren bezeichnet. Weiter bezeichnet sich ein Commodity-Produkt als ein Produkt, das von verschiedenen Anbietern angeboten wird und für den Verbraucher im Wesentlichen austauschbar ist. Das Produktporfolio, was sich unter dieser Kategorie subsummieren lässt, wird stetig ausgeweitet. Einflussfaktoren für diese Entwicklung sind unter anderem Prozesse der Liberalisierung und Standardisierung.
Die Produkte, die an dieser Stelle angesprochen werden, lassen sich im Wesentlichen durch die Kategorien Energie, Kommunikation, Versicherungen, Finanzprodukte und Sonstige klassifizieren.

VOM ABSATZMAKLER ZUR VERGLEICHSPLATTFORM

„Unter Deutschlands größten Internefirmen wäre Check24 damit die profitabelste; Insider setzen für Check24 rund sechs bis acht Milliarden Euro an, einige sogar noch deutlich mehr“ (Manager Magazin, 2023, Check24)2
Gleichzeitig findet am POS (point of sale) ein permanenter Wettbewerb um den Konsumierende statt. Ausgehend von einem wenig standardisierten Produktporfolio und einem niedrigen Digitalisierungsgrad entwickelt sich der Markt stetig weiter. Längst haben die Konzerne als Produktanbieter den Trend erkannt, durch die Variabilisierung und Externalisierung der VertriebsakHvitäten eine höher Kosteneffizienz erreichen zu können. In der Folge entstand die durch überdurchschniblicher Provisionsausschübung gekennzeichnete Praxis um die Absatzmakler. In ihr konkurrieren häufig selbstständige Unternehmer mit einem hohen Maß an finanzieller MoHvaHon, gern in MulH-Level-MarkeHng-Systemen, mit hohem emoHonalem Einsatz um den Kunden. Stets mit der Absicht der Profitmaximierung; Nicht der opHmalen Beratungsleistung.
Eine Praxis, die über die Jahre zunehmend durch das Augommen von automatisierten Vermittlungsprozessen auf Online-Basis abgelöst wurden. Die sogenannten Vergleichsplattformen warben mit Markttransparenz, Prozessautomation und Kundenfreundlichkeit. Sie lösten innerhalb kürzester Zeit, besonders auf dem Markt der gleichartig und wenig erklärungsbedürftigen Produkte, den klassischen Absatzmakler ab. Die Praxis der überdurchschniblichen Provisionsausschüttung blieb bestehen; wurde stellenweise durch die Vormachtstellung einiger Vergleichsplattformen zum Nachteil der Unternehmen, deren Produkte vermarktet werden, sogar ausgeweitet. Eine Praxis, die vermehrt von Verbraucherschutzorganisationen kritisch gesehen wird.3

CSR ALS USP

„Gutes Tun beim Konsumieren ist kein kurzfristiger Hype, sondern ein unausweichlicher Trend.“ (Handelsblatt, 2022, Start-up share)4
Das Konzept von CSR (Corporate Social Responsibility, dt. gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen) als USP (Unique Selling Proposition, dt. Alleinstellungsmerkmal) hat in der Markeringwelt der Gegenwart keinen Innovationscharakter mehr. Mit Hamburger Unternehmen wie Viva con Agua und Lemonaid begann einst die Reise mit dem Ansatz, ein Konsumprodukt aus dem Feld der Grundbedürfnisbefriedigung mit einer Marke im oberen Preissegment zu etablieren und einen Teil des Gewinns für soziale Projekte zu verwenden. Die share GmbH aus Berlin, setzte auf diesen Trend auf und erweiterte seit ihrer Gründung das Produktsortiment zunehmend. Begonnen ebenfalls mit einfachen Produkten wie Wasser und Schokolade, wagte das Unternehmen zuletzt den Vorstoß in die Welt des digitalen Dienstleistungsgeschäfts durch die Etablierung eines Kontoproduktes gemeinsam mit der ING-Diba. Die überaus positive Resonanz der Konsumenten auf dieses Produktangebot, spricht für das Funktionieren dieser Strategie, auch außerhalb des unmittelbar nach außen sichtbaren Konsumverhaltens (vgl. Value-Action-Gap).

PRIVATWIRTSCHAFTLICHE SPARQUOTE ALS GESELLSCHAFTLICH ANERKANNTE NOTWENDIGKEIT
„Der Kunde kann kostenlos weltweit Geld abheben; Zusätzlich zahlt Trade Rupublik dem Kunden 1 % der Zahlung an den Kunden zurück. Die Rückzahlung erfolgt direkt in den ETF-Sparplan.“ (FAZ Podcast für Deutschland, 29.01.2024, Trade Republik Vorstand Christian Hecker)
Die Schlagzeilen sind voll; Trade Republik bringt die erste Kreditkarte mit integrierter Cash-Back Funktion – direkt in den hauseigenen ETF-Sparplan. Wo einige Verbraucherschutzorganisationen über irreführende Werbung basierend auf falschen Versprechungen klagen, ist das Gros der Nation auf der Seite von Trade Republik. Das Unternehmen, mit dem Selbstverständnis als „Spardose der Nation“ und der Referenz auf den in seinem Namensteil „Republik“ angesprochenen lateinischen Wortstamm; Res publica (dt. Sache des Volkes), ging ursprünglich mit dem Versprechen an den Markt, provisionsfreien Aktienhandel rein digital abwickeln zu wollen. Vermuteten Kritiker lange hinter der Praxis lediglich eine temporäre Marketingstrategie, zeigt das Unternehmen im fünften Jahr nach Marktstart, mittlerweile mit einer Vollbanklizenz der EZB ausgestattet, wie modernes Banking funktionieren kann. Laut Gründer Hecker existieren in den bestehenden Geschäftsmodellen von Konkurrenten eine Vielzahl von versteckten Erlösmöglichkeiten; durch die Realisation eines großen Handelsvolumens (Skaleneffektrealisation) kombiniert einer konsequenten Digitalisierung und einer niedrigeren Renditeanforderung an den einzelnen Konsumenten, ist das Geschäft im vergangenen Geschäftsjahr erstmalig und sehr erfolgreich in die Rentabilitätszone gekommen. Die Kreditkarte und das durch sie realisierte Geschäftsmodell, spiegeln dieses Selbstverständnis. Klassische Konkurrenten erhalten marktüblich, neben den versteckten Erlösen, den Betrag der Rückvergütung durch die Kreditkartenbetreiber ausgezahlt, reichen diesen Vorteil jedoch nicht an die Konsumenten weiter. Trade Republik wendet das System von CSR als USP mustergültig an und betreibt damit sogar cross selling: Auf der einen Seite wird durch das Produkt (Kreditkarte) rein konsumptorisch ein Grundbedürfnis beim Verbraucher gestillt; auf der anderen Seite erhält das Unternehmen eine Absatzförderung für das weitere Produkt, den ETF-Sparplan. CSR wird dadurch realisiert, dass das Unternehmen entsprechend des SDG 10 (weniger Ungleichheit) allein durch die Tätigung von Konsum, etwas für die Altersvorsorge tut. Es wird ein Anreiz zur Sparquote und somit gegen die Ungleichverteilung von Vermögen in der Bevölkerung getan.

SOCIAL ENTREPRENEURSHIP IM 21. JAHRHUNDERT: DAS KONSUMENTENZENTRIERTE UNTERNEHMEN

„Wir wollen in einer Gesellschaft leben, in der alle Menschen vom Fortschritt profitieren.“ (Leitmotiv SEND E.V.)
Nicht erst mit der Herausgabe der Social-Entrepreneurship-Strategie der Stadt Hamburg, stieg die gesamtgesellschaftliche Aufmerksamkeit um das Thema der Bedeutung von Unternehmen, die neben der Gewinnerzielung, ebenfalls auf einen positiven, nachhaltigen Einfluss auf die Gesellschaft abzielen. In einer Welt, in der Sensibilisierung, Bewusstsein und Nachhaltigkeit mit einer breiten Zunahme an Wohlstand korrelieren, kann soziales Unternehmertum auch als notwendiges Entwicklungsstadium zur langfristigen Existenzberechtigung an Märkten betrachtet werden. Wir beobachten diese Tage vermehrt Debatten um eine Rechfertigung von Shareholder-Value-orientierten Optimierungspraktiken gegenüber der abnehmenden Vereinbarkeit mit weiteren gesellschaftlichen Zielen. Der Fokus von Corporate Social Responsibility in der zentralen Unternehmensidentifikation schafft mittelfristig in sämtlichen Bereichen das konsumentenzentrierte Unternehmen.
Die Unternehmensform
In der Unternehmenslandschaft dieser Tage sehen wir bereits in unterschiedlicher Stufigkeit die Ausprägung dieser Dynamik: In der ersten Stufe geben Unternehmen ihre durch erhöhte Effizienz und niedrigere Renditeanreize erzielten Kosteneffekte in direkter Preisbildung an den Konsumenten weiter. Das Preisniveau sinkt. In der zweiten Stufe werden realisierte Kosteneffekte nicht im Preis, sondern in Form einer Guthabenweitergabe erfolgt über Cross-Selling-Dynamiken. Entsprechender Logik folgend, liegt es auf der Hand in der dritten Stufe den Konsumenten durch eine direkte Partizipation am Unternehmen zu beteiligen. Kombiniert mit einer Thesaurierungsvorschrift, einer erhöhten Kündigungsfrist der Anteile und dem Angebot der Reinvestition in eigene oder kooperierende Geschäfsmodelle, ergeben sich auf der Konsumentenseite ähnliche Renditedynamiken wie im Cross Selling (2. Stufe). Nur hat der Konsument bei einem optimalen Produktportfolio keinen Anreiz, seine Rolle als Konsument und Teilhaber zu verlassen.
Gestalten kann man eine solche Praxis durch die Wahl der Unternehmensform der GmbH & Co. KG aA, bei der der Komplementär eine sämtliche Prozesse ausführende Gesellschaft ist. Auf der Kommanditistenseite installiert man sowohl die VC-Geber für den Aufbau der Infrastruktur, die Gründer und Mitarbeiter sowie die Kunden, welche somit möglichst nachhaltig und langatmig motiviert werden.
Das Produktportfolio
Die Einkaufsgemeinschaft für den Bezug von Commodity-Leistungen, beispielhaft als KonsumKG bezeichnet, ist eine logische und notwendige Konsequenz für diesen Bereich. Ursprünglich aus dem Agrar-Sektor stammend und häufig als Genossenschaft organisiert, ist das Konzept im Beschaffungswesen für Gewerbetreibende gelebte Praxis. Vornehmlich geeignet für den Bezug von gleichartigen Produkten, begann der Siegeszug in der Energiewirtschaft, auch im Privatkundensegment bereits vor einigen Jahren. Die Ausnutzung von Skaleneffekten durch die Bündelung von Volumen liegt auf der Hand. Die KonsumKG schreibt sämtliche Leistungen gebündelt aus und reicht die erzielten Preise zuzüglich eines geringen Gewinnaufschlags an die Konsumenten weiter. Entsprechend der Aufbauorganisation erhalten die Konsumenten ihren Aufschlag gebunden in Ihrem Asset zur Reinvestition bzw. Bindung in der Sparquote zurück.
Die Realisation
Die Umsetzung des Konzepts, welches sich gewissermaßen als Weiterentwicklung von aktuell existierenden Vergleichsportalen betrachtet, setzt auf bestehende Kritikpunkte am derzeitigen System auf. Unter anderem soll so die Vertragsverwaltung revolutioniert werden. Ziel ist es, zwischen Konsumenten und KonsumKG nur noch ein Vertragsverhältnis mit einem variablen Leistungsportfolio zu haben. Sogenannte „Pakete“ können entsprechend der Konsumentenpräferenz hinzu- und abgewählt werden. Dabei bestimmt der Konsument selbst die Preisfixierung und Laufzeit. Er kann sich jedoch der optimalen Preisfindung sicher sein. Verwalten kann der Konsument sein Porfolio in einem Dashboard.
Die Reinvestiton
Für die Umsetzung von CSR gilt es, mit einem Teil der Gewinne einen social Impact zu leisten. Denkbar ist neben der reinen Verwendung der Assets auch die Beantragung einer Banklizenz zur Hebelung der Anteile für einen größeren Investitionsimpact. Neben der Möglichkeit einer kostengünstigen Vergabepraxis von Krediten an die Konsumenten der KonsumKG, könnte auch der finanzielle und soziale Output vergrößert werden. Hinsichtlich der Anwendungsfelder ist es wichtig, gesellschajliche Problemfelder zu identifizieren. Die KonsumKG soll in Ihrem Wirkungsradius auf Deutschland beschränkt bleiben. Beispielhaft identifizierte Problemfeldern wie der Förderung des sozialen Wohnungsbaus oder dem Ausbau der Gewinnung von nachhaltiger Energie, strukturieren sich weitere Felder, die neben einer sozialen, auch eine finanzielle Rendite versprechen. Mibelfristig ist die Kooperation mit entsprechenden Partnern sinnhaltig.

Durch die Schaffung einer Konsum-Einkaufsgemeinschaft im ganzheitlichen Commodity-Bezug bestehender und zukünftiger Produktsparten als GmbH & Co. KG aA schafft man die Realisation der nächsten Marktentwicklungsstufe.

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